Wer ein Gebäude einfach aus der eigenen Augenhöhe fotografiert, bekommt meist ein solides, aber wenig aufregendes Bild. Geht man dagegen in die Knie oder sucht sich einen tiefer gelegenen Standpunkt, verändert sich die Wirkung deutlich, denn das Gebäude scheint sich dann förmlich in die Höhe zu strecken. Diese leicht übertriebene Perspektive verstärkt den Eindruck von Größe und Dominanz, der von unten ohnehin schon spürbar ist.
Am stärksten wirkt dieser Effekt, wenn das Handy zusätzlich leicht schräg nach oben gerichtet wird, anstatt es waagrecht zu halten. Dadurch laufen die Linien des Gebäudes sichtbar nach oben zusammen, was den Eindruck von Höhe noch verstärkt. Wichtig ist dabei, dass zumindest ein Teil des Himmels im Bild bleibt, damit das Gebäude genug Raum hat, um sich darin zu entfalten.
So wählst du den richtigen Standort
Nicht jeder Blickwinkel eignet sich gleich gut, deshalb lohnt es sich, einmal um das Gebäude herumzugehen, bevor die endgültige Aufnahme entsteht. Eine Ecke des Gebäudes wirkt aus der niedrigen Perspektive oft eindrucksvoller als die glatte Vorderseite, weil sich dabei mehrere Linien gleichzeitig nach oben ziehen und dem Bild zusätzliche Tiefe verleihen.
Auch störende Elemente im Vordergrund, wie parkende Autos oder Mistkübel, sollten möglichst vermieden werden, da sie aus der niedrigen Perspektive besonders groß und auffällig wirken. Ein paar Schritte zur Seite reichen oft schon aus, um solche Störungen aus dem Bild zu bekommen, ohne dass die eigentliche Wirkung verloren geht.
Diese Herangehensweise eignet sich nicht nur für große, bekannte Gebäude, sondern funktioniert genauso gut bei einem gewöhnlichen Haus oder einem Turm in der Nachbarschaft. Mit etwas Mut, sich tief zu bücken oder sogar hinzuknien, entstehen dabei Bilder, die deutlich eindrucksvoller wirken als die gewohnte Aufnahme aus Augenhöhe.